Diabetiker-Experte - René Gräber
 
Diabetes Therapie

Heilpflanzen bei Diabetes?

Können Heilpflanzen bei Diabetes wirkungsvoll eingesetzt werden? Ginkgo, Artischocke, Ingwer und Goldrute näher betrachtet...

Verschiedene Heilpflanzen können positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf bei Diabetes nehmen. Auch zur Vorbeugung der Gesundheitsschäden, die durch Diabetes entstehen, können natürlich wirkende Präparate eingenommen werden.

Die Einnahme von Naturpräparaten sollte aber keinesfalls eigenmächtig erfolgen, da auch Heilpflanzen nicht nebenwirkungsfrei sind!

Der behandelnde Arzt muss die Entscheidung über die Einnahme und die Dosierung von natürlichen Präparaten treffen. Nur er kann abschätzen, ob sich das Naturpräparat auch mit den eventuell eingenommenen anderen Medikamenten verträgt.

Die Wirkung von Ginkgo bei Diabetes

Das Einnehmen eines Extraktes aus Ginko über einen längeren Zeitraum (etwa sechs Monate) verbessert die Sehschärfe und minimiert Ausfälle des Gesichtsfeldes.

Die Heilpflanze Ginkgo verhindert eine Verdickung des Blutes und kann so zur Vorbeugung von Blutgerinnseln eingenommen werden. Schlaganfällen oder Herzinfarkten kann vorgebeugt werden.

Die Wirkung der Artischocke bei Diabetes

Bei Diabetikern besteht die Gefahr einer Erhöhung der Blutfettwerte. Die Artischocke hilft mit Cynarosid. Dies ist ein Stoff, der aus dem Extrakt der Blätter dieser Heilpflanze gewonnen wird.

Das Cynarosid sorgt dafür, dass nicht zu viel Cholesterin gebildet wird und bewirkt das Ausscheiden von LDL-Cholesterin. Dieser Stoff sorgt außerdem für die Senkung der Triglyceridwerte. Bis etwa 50 mg/dl senkt sich der Triglyceridwert nach Einnahme eines Artischockenpräparates.

Die Wirkung von Ingwer bei Diabetes

Bei Diabetikern ist aufgrund einer Stoffwechselstörung der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht. Wissenschaftler stellten fest, dass Ingwerextrakt die Aufnahme der Glukose in die Muskelzellen verbessert und somit den Blutzuckerspiegel senkt.

Dies geschieht interessanterweise auch unabhängig von einer Insulingabe. Verantwortlich hierfür scheinen die Gingerole zu sein, die für den typisch scharfen Geschmack der Wurzeln sorgen. Im menschlichen Organismus bewirken die pflanzlichen Substanzen, dass es zu einer Umverteilung eines körpereigenen Proteins (GLUT4) auf den Muskelzellen kommt, was die Aufnahme des Blutzuckers begünstigt.

Bei Typ-2-Diabetes ist genau dieser Signalweg unwirksam, da die Insulin-Signalübertragung nicht funktioniert (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22828920).

Den Gingerolen werden auch andere medizinisch bedeutsame Wirkungen zugeschrieben. So gelten sie etwa als entzündungshemmend und krebsvorbeugend.

Die Wirkung der Goldrute bei Diabetes

Diabetiker haben oft ein angegriffenes Nierengewebe. Die Heilpflanze Goldrute wird zu Recht auch ,,Nierenpflanze“ genannt. Diese Bezeichnung stammt daher, weil die Goldrute über die Niere das Ausscheiden von harnpflichtigen Stoffen unterstützt.

Die Goldrute ist sogar im Stande, angegriffenes Nierengewebe erholen zu lassen. Die Einnahme erfolgt empfohlenerweise als Tee oder in Form von Tropfen. Sollte die Niere in ihrer Funktion stark behindert sein, darf ein Goldruten-Präparat jedoch nicht eingenommen werden.

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