Vitalstoffe bei Diabetes: Was wirklich sinnvoll ist – aus Sicht der Naturheilpraxis

Beitragsgrafik ‚Vitalstoffe bei Diabetes – alles erklärt, auch aus Sicht der Naturheilkunde‘ mit Blutzuckermessgerät und Vitalstoffpräparaten

Bei Diabetes wird sehr viel über Zucker, Kohlenhydrate und Medikamente gesprochen. Über die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen dagegen erstaunlich wenig. Dabei sehe ich gerade bei Menschen mit Typ-2-Diabetes immer wieder Konstellationen, bei denen bestimmte Vitalstoffe durchaus eine Rolle spielen.

Damit meine ich ausdrücklich nicht: Ein paar Kapseln nehmen und der Diabetes verschwindet. So funktioniert es nicht.

Ein Typ-2-Diabetes ist in erster Linie eine Stoffwechselerkrankung. Im Zentrum stehen Insulinresistenz, Ernährung, Bewegung, Muskelmasse, Bauchfett, Schlaf und weitere Faktoren, die über Jahre auf den Stoffwechsel einwirken können. Genau dort muss eine vernünftige Therapie ansetzen.

Vitalstoffe können diese Basistherapie jedoch sinnvoll ergänzen. Und bei bestimmten Patienten halte ich einige davon für ausgesprochen wichtig.

Die entscheidende Frage lautet für mich deshalb nicht:

„Welche Nahrungsergänzung hilft gegen Diabetes?“

Sondern:

„Welche Stoffwechselsituation liegt bei diesem Patienten vor, welche Defizite bestehen und was lässt sich gezielt verbessern?“

Genau so gehe ich in meiner Praxis an die Sache heran.

Warum ich bei Diabetes überhaupt an Vitalstoffe denke

Ein Diabetes betrifft nicht nur den Blutzucker.

Die Erkrankung greift tief in den Stoffwechsel ein. Bei dauerhaft erhöhten Glukosewerten nehmen unter anderem oxidativer Stress und die Belastung von Gefäßen und Nerven zu. Gleichzeitig können Ernährung, Erkrankungen, Medikamente und eine veränderte Ausscheidung über die Nieren den Vitalstoffhaushalt beeinflussen.

Ein klassisches Beispiel ist Metformin. Bei längerer Einnahme kann die Versorgung mit Vitamin B12 beeinträchtigt werden. Das ist besonders deshalb interessant, weil ein Vitamin-B12-Mangel selbst neurologische Beschwerden verursachen kann.

Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Missempfindungen an den Füßen werden bei einem Diabetiker schnell als diabetische Polyneuropathie abgehakt. Man sollte aber wenigstens daran denken, dass zusätzlich ein Vitamin-B12-Mangel vorliegen kann.

Für mich ist das ein gutes Beispiel dafür, warum es nicht genügt, bei einem Diabetiker lediglich auf Nüchternzucker und HbA1c zu schauen.

Welche Werte ich darüber hinaus für interessant halte, beschreibe ich ausführlicher in meinem Beitrag Diabetes-Tests aus schulmedizinischer und naturheilkundlicher Sicht.

Meine erste Regel: Nicht wahllos supplementieren

Von der Methode „Diabetes – also brauchen Sie diese zwölf Nahrungsergänzungsmittel“ halte ich wenig.

Mich interessiert zunächst das Gesamtbild:

  • Wie sieht die Ernährung aus?
  • Welche Medikamente werden eingenommen?
  • Wie steht es um die Nierenfunktion?
  • Gibt es bereits Hinweise auf eine Neuropathie?
  • Wie sind wichtige Laborwerte?
  • Wie hoch sind Nüchternblutzucker und HbA1c?
  • Wie hoch ist das Nüchterninsulin?
  • Wie ausgeprägt ist die Insulinresistenz?

Gerade den letzten Punkt halte ich für enorm wichtig. Ein erhöhter Blutzucker ist beim Typ-2-Diabetes schließlich häufig erst das spätere sichtbare Ergebnis eines Prozesses, der schon erheblich länger läuft.

Deshalb bestimme beziehungsweise berechne ich bei entsprechender Fragestellung auch den HOMA-Index. Er kann Hinweise darauf geben, ob der Organismus bereits sehr viel Insulin benötigt, um den Blutzucker noch einigermaßen im Zaum zu halten.

Erst wenn ich diese Zusammenhänge sehe, wird aus „Nahrungsergänzung“ für mich eine einigermaßen gezielte Vitalstofftherapie.

Wenn Sie solche Zusammenhänge interessant finden, bleiben Sie am besten nicht bei einzelnen Laborwerten oder einzelnen Präparaten stehen. In meinem kostenlosen Diabetes-Newsletter schreibe ich regelmäßig darüber, was ich bei Diabetes aus naturheilkundlicher und praktischer Sicht für beachtenswert halte:

 

 

Magnesium: Für mich einer der ersten Mineralstoffe, an die ich denke

Magnesium gehört bei Typ-2-Dabetes für mich zu den interessanteren Mineralstoffen.

Das hat einen einfachen Grund: Magnesium ist an sehr vielen Reaktionen des Energie- und Glukosestoffwechsels beteiligt und spielt auch bei der Signalübertragung des Insulins eine Rolle.

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes werden vergleichsweise häufig niedrige Magnesiumwerte gefunden. Bei erhöhten Blutzuckerwerten kann außerdem die Ausscheidung über die Nieren zunehmen.

Damit entsteht möglicherweise eine ungünstige Wechselwirkung: Die Stoffwechsellage begünstigt Magnesiumverluste, während eine schlechte Magnesiumversorgung wiederum für verschiedene Stoffwechselvorgänge ungünstig sein kann.

In meiner Praxis denke ich besonders an Magnesium, wenn zusätzlich Beschwerden wie Muskelkrämpfe, erhöhte neuromuskuläre Erregbarkeit oder bestimmte Herzrhythmusstörungen auftreten oder die Ernährung wenig magnesiumreiche Lebensmittel enthält.

Allerdings hat auch Magnesium eine wichtige Grenze: Bei eingeschränkter Nierenfunktion sollte man nicht einfach hoch dosiert supplementieren. Gerade bei langjährigem Diabetes muss die Nierenfunktion deshalb berücksichtigt werden.

Vitamin B12: Bei Metformin gehört es für mich auf den Prüfstand

Vitamin B12 ist ein besonders gutes Beispiel dafür, warum Arzneimittel und Vitalstoffe nicht getrennt voneinander betrachtet werden sollten.

Metformin kann bei längerer Einnahme die Vitamin-B12-Versorgung beeinträchtigen. Das entwickelt sich meist nicht innerhalb weniger Wochen, sondern schleichend über längere Zeit.

Ein Mangel kann unter anderem zu neurologischen Beschwerden führen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Kribbeln und Ameisenlaufen,
  • Taubheitsgefühle,
  • Brennen an Händen oder Füßen,
  • Sensibilitätsstörungen,
  • Gangunsicherheit oder
  • allgemeine neurologische Auffälligkeiten.

Das Problem liegt auf der Hand: Genau solche Beschwerden können auch im Rahmen einer diabetischen Polyneuropathie auftreten.

Deshalb gehört bei einem Patienten mit langfristiger Metformeinnahme und entsprechenden Symptomen Vitamin B12 für mich mit auf die Liste der zu prüfenden Faktoren.

Ein Serum-B12 kann dabei als Ausgangswert dienen. Bei unklaren oder grenzwertigen Befunden können je nach Situation weitere Marker wie Holotranscobalamin oder Methylmalonsäure sinnvoll sein.

Vitamin B1 und Benfotiamin: Vor allem im Zusammenhang mit den Nerven interessant

Vitamin B1 beziehungsweise Thiamin spielt eine wesentliche Rolle im Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsel.

Bei Diabetes interessiert mich Vitamin B1 vor allem im Zusammenhang mit Nervenschäden. Eine besondere Rolle spielt dabei Benfotiamin, eine fettlösliche Thiamin-Vorstufe.

Benfotiamin wird seit vielen Jahren im Zusammenhang mit diabetischen Folgeproblemen und insbesondere der diabetischen Polyneuropathie untersucht.

Ich würde es deshalb nicht als einfachen „Blutzuckersenker“ ansehen. Interessanter ist die Frage, ob es bei einem Patienten mit bereits bestehenden neurologischen Beschwerden Teil eines umfassenderen Behandlungskonzeptes sein kann.

Und genau hier ist für mich wichtig, nicht nur ein Mittel gegen „die Neuropathie“ herauszugreifen. Ich möchte vorher wissen, welche Faktoren überhaupt beteiligt sein könnten.

Alpha-Liponsäure: Für mich bei diabetischer Neuropathie besonders interessant

Wenn ein Diabetiker über Brennen, Kribbeln, pelzige Füße oder Schmerzen berichtet, denke ich neben Vitamin B12 und Vitamin B1 auch an Alpha-Liponsäure.

Alpha-Liponsäure ist eine schwefelhaltige Verbindung, die als Cofaktor im mitochondrialen Energiestoffwechsel benötigt wird. Außerdem besitzt sie antioxidative Eigenschaften.

Im Zusammenhang mit der diabetischen Polyneuropathie ist Alpha-Liponsäure seit vielen Jahren Gegenstand klinischer Untersuchungen.

Für mich ist sie deshalb wesentlich interessanter als die häufig sehr allgemeine Aussage, ein Diabetiker brauche „mehr Antioxidantien“.

Bei einer bestehenden Neuropathie gehört selbstverständlich immer dazu, nach weiteren möglichen Ursachen zu suchen. Dazu zählen beispielsweise ein Vitamin-B12-Mangel, Alkohol, bestimmte Medikamente, Schilddrüsenstörungen und andere neurologische Erkrankungen.

Mehr dazu habe ich in meinem ausführlicheren Beitrag Alpha-Liponsäure in der Diabetes-Therapie beschrieben.

Vitamin D: Mangel beheben – aber bitte nicht zum Diabetes-Wundermittel erklären

Vitamin D ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell aus einem interessanten Vitalstoff ein vermeintliches Allheilmittel gemacht wird.

Niedrige Vitamin-D-Spiegel findet man häufiger bei Menschen mit Übergewicht, metabolischem Syndrom und Typ-2-Diabetes. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass hohe Vitamin-D-Dosen einen bestehenden Diabetes beseitigen.

Meine Vorgehensweise ist deshalb recht einfach:

Einen deutlichen Vitamin-D-Mangel würde ich korrigieren. Ich behandle aber nicht jeden Diabetiker automatisch mit hohen Vitamin-D-Dosen, nur weil er Diabetiker ist.

Ich möchte zunächst wissen, wo der 25-OH-Vitamin-D-Wert überhaupt liegt.

Das klingt banal, ist aber für mich einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einer gezielten Vitalstofftherapie und der Einnahme irgendwelcher Präparate nach dem Gießkannenprinzip.

Zink: Für Bauchspeicheldrüse und Insulinstoffwechsel interessant

Zink wird beim Thema Diabetes meines Erachtens häufig unterschätzt.

Das Spurenelement ist für zahlreiche Enzymsysteme notwendig. Es ist außerdem eng mit der Speicherung und Freisetzung von Insulin in den Betazellen der Bauchspeicheldrüse verbunden.

Hinzu kommen Funktionen im Immunsystem und beim Schutz vor oxidativen Prozessen.

Das macht Zink aus meiner Sicht zu einem durchaus interessanten Vitalstoff bei Diabetes. Daraus folgt aber ebenfalls nicht, dass jeder Diabetiker dauerhaft hohe Zinkmengen einnehmen sollte.

Gerade bei einer längerfristigen höheren Zinkeinnahme muss beispielsweise auch an den Kupferstoffwechsel gedacht werden.

Deshalb interessiert mich auch hier zunächst die Versorgungssituation und nicht die Frage, welche möglichst hohe Dosierung auf einer Präparatdose angegeben ist.

Chrom: Interessant – aber nicht so einfach, wie oft behauptet wird

Chrom hat in der Vitalstoffmedizin bei Typ-2-Diabetes eine lange Tradition.

Das Spurenelement steht im Zusammenhang mit der Insulinwirkung und dem Glukosestoffwechsel. Auch klinische Untersuchungen liefern Hinweise darauf, dass eine zusätzliche Chromzufuhr bei bestimmten Patienten günstige Effekte auf Parameter des Zuckerstoffwechsels haben kann.

Allerdings sind die Studien nicht einheitlich. Dosierungen, Chromverbindungen und Ausgangssituation der Patienten unterscheiden sich teils erheblich.

Deshalb sehe ich Chrom heute differenzierter als noch vor Jahren.

Chrom ist für mich ein interessanter Vitalstoff – aber kein automatisches Standardpräparat für jeden Typ-2-Diabetiker.

Wer sich speziell damit beschäftigen möchte, findet dazu meinen Beitrag Chrom bei Diabetes mellitus.

Omega-3-Fettsäuren: Eher Herz-Kreislauf- als Blutzuckertherapie

Auch Omega-3-Fettsäuren werden gelegentlich als Mittel zur Verbesserung des Diabetesstoffwechsels präsentiert.

Das ist mir zu pauschal.

Ich sehe Omega-3-Fettsäuren weniger als eigentliche „Blutzuckersenker“. Interessanter sind sie für mich bei der Beurteilung der gesamten Stoffwechselsituation, insbesondere bei erhöhten Triglyceriden und einem erhöhten Herz-Kreislauf-Risiko.

Und das ist bei Typ-2-Diabetes keineswegs nebensächlich. Schließlich interessiert mich beim Patienten nicht nur der Zuckerwert, sondern auch, was langfristig mit Gefäßen, Herz, Nieren und Nerven geschieht.

Vitamin C: Wichtig – aber für mich kein Kernstück der Diabetes-Therapie

Vitamin C wird beim Diabetes häufig wegen seiner antioxidativen Eigenschaften erwähnt.

Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar: Chronisch erhöhte Glukosewerte gehen mit verstärktem oxidativem Stress einher.

Trotzdem gehört Vitamin C für mich nicht in dieselbe Kategorie wie beispielsweise Vitamin B12 bei einem langjährigen Metforminpatienten oder Alpha-Liponsäure bei einer diabetischen Neuropathie.

Bei einer schlechten Ernährung oder unzureichenden Versorgung kann Vitamin C selbstverständlich sinnvoll sein. Ein spezielles „Diabetes-Vitamin“ ist es aber nicht.

Kalium: Bitte nicht einfach auf Verdacht einnehmen

Bei Kalium werde ich eher vorsichtig.

Kalium ist lebenswichtig für Nerven, Muskeln und Herzrhythmus. Gerade Menschen mit länger bestehendem Diabetes können jedoch eine eingeschränkte Nierenfunktion haben. Hinzu kommen Medikamente, welche den Kaliumhaushalt beeinflussen können.

Deshalb gehört Kalium für mich zu den Stoffen, bei denen vor einer gezielten Supplementierung die Situation geklärt sein sollte.

Kalium einfach deshalb einzunehmen, weil man Diabetes hat, halte ich nicht für sinnvoll.

Und was ist mit L-Carnitin, Vitamin K, Coenzym Q10 und anderen Vitalstoffen?

Natürlich lässt sich die Liste noch erheblich verlängern.

Man kann über Coenzym Q10, L-Carnitin, Vitamin K, Selen, verschiedene B-Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und eine ganze Reihe weiterer Substanzen diskutieren.

Zu manchen gibt es interessante Daten, zu anderen vor allem biochemische Überlegungen oder Praxiserfahrungen.

Aber irgendwann muss man Prioritäten setzen.

Genau das fehlt mir bei vielen Empfehlungen zur Nahrungsergänzung. Am Ende steht eine Liste mit 15 Präparaten, ohne dass noch klar wäre, warum gerade dieser Patient sie alle benötigt.

Das entspricht nicht meinem Vorgehen.

Was ich bei Diabetes zuerst prüfen würde

Wenn ein Patient mit Typ-2-Diabetes zu mir kommt, ergibt sich die Auswahl nicht aus einer starren „Diabetes-Vitalstoffliste“, sondern aus der jeweiligen Situation.

Bei langfristiger Metformeinnahme:
Vitamin B12 beachten und bei entsprechender Situation kontrollieren.

Bei schlechter Magnesiumversorgung, Muskelkrämpfen oder entsprechenden Begleitumständen:
Magnesium mit berücksichtigen.

Bei Kribbeln, Brennen oder anderen Hinweisen auf eine Neuropathie:
unter anderem an Vitamin B12, Alpha-Liponsäure und gegebenenfalls Benfotiamin denken.

Bei nachgewiesenem Vitamin-D-Mangel:
diesen vernünftig korrigieren.

Je nach Ernährung, Labor und Gesamtsituation:
Zink und möglicherweise Chrom berücksichtigen.

Bei erhöhten Triglyceriden und ungünstigem Herz-Kreislauf-Risikoprofil:
auch die Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren ansehen.

Das ist für mich erheblich sinnvoller als ein fertiges „Diabetes-Komplettpaket“ aus dem Internet.

Genau diese praktischen Fragen – welche Werte wirklich interessant sind, was ich bei bestimmten Medikamenten beachte und welche naturheilkundlichen Möglichkeiten ich für sinnvoll halte – behandle ich auch in meinem kostenlosen Diabetes-Newsletter. Wenn Sie nicht bei den üblichen Allgemeinplätzen zu Blutzucker und Ernährung stehen bleiben möchten, können Sie ihn hier anfordern:

 

 

Das Wichtigste kommt vor den Kapseln

So wichtig einzelne Vitalstoffe sein können: Bei Typ-2-Diabetes würde ich niemals mit den Nahrungsergänzungsmitteln beginnen und Ernährung und Lebensweise anschließend irgendwo anhängen.

Die entscheidenden Stellschrauben liegen früher.

  • Wie sieht die Ernährung aus?
  • Wie hoch ist die tägliche körperliche Aktivität?
  • Wie viel aktive Muskelmasse ist vorhanden?
  • Besteht ausgeprägtes viszerales Bauchfett?
  • Wie sieht der Schlaf aus?
  • Wie hoch ist die Stoffwechselbelastung insgesamt?
  • Und wie weit ist die Insulinresistenz bereits fortgeschritten?

Mehr zu meiner grundsätzlichen Sicht auf die Behandlung finden Sie auf der Seite Diabetes-Therapie.

Gerade bei Typ-2-Diabetes lohnt es sich außerdem, nicht erst auf den Blutzucker zu schauen. Die entscheidende Entwicklung beginnt oft Jahre früher mit einer zunehmenden Insulinresistenz.

Dazu empfehle ich meinen Beitrag über den HOMA-Index sowie meinen Artikel zum Insulinresistenz- und Diabetes-Risikotest.

Mein Fazit aus der Praxis

Vitalstoffe gehören für mich durchaus in ein vernünftiges Behandlungskonzept bei Typ-2-Diabetes. Aber nicht nach dem Gießkannenprinzip.

Besonders interessant werden sie für mich dann, wenn mehrere Dinge zusammenpassen: die Stoffwechselsituation des Patienten, mögliche Symptome, Medikamente, Laborbefunde und das, was wir über den jeweiligen Vitalstoff wissen.

Ein Metforminpatient mit niedrigem Vitamin B12 ist etwas anderes als ein Patient mit diabetischer Polyneuropathie. Ein Diabetiker mit eingeschränkter Nierenfunktion ist anders zu behandeln als jemand mit guter Nierenfunktion. Und ein Patient mit ausgeprägter Insulinresistenz braucht vor allem eine Therapie, die an dieser Insulinresistenz ansetzt.

Genau darin sehe ich den Sinn einer individuellen Vitalstofftherapie.

Nicht möglichst viele Präparate.

Sondern möglichst gezielt das, was im konkreten Fall sinnvoll erscheint.