Diabetiker-Experte - René Gräber
 

Zu hoher Insulin-Spiegel: Risiko für die Gesundheit

Erfahrungen aus der Naturheilpraxis von René Gräber

Rene Gräber

Insulin ist ein Eiweiß, das als Botenstoff wirkt. Der Bildungsort des Peptidhormons ist die Bauchspeicheldrüse, die das Protein bei Bedarf ins Blut abgibt. Vor allem bei einem steigenden Glucose-Spiegel im Blut-Plasma wird das Hormon ins Blut ausgeschüttet, denn es befähigt die Körperzellen zur Aufnahme des Traubenzuckers.

Ohne Insulin könnten die Körpergewebe, Muskeln, Nerven und die Leber die Glucose nicht nutzen, sodass ihnen der lebenswichtige Nährstoff fehlte. Hingegen stiege der Blutzuckerspiegel auf ein gefährliches Maß an.

Das Loch der Diabetiker

Glucose ist der wichtigste Energielieferant für die Zellen. Wenn der Nährstoff im Überfluss verfügbar ist, beginnt die Leber den Traubenzucker in Fett umzuwandeln. In der Folge entsteht eine Fettleber, an der bereits 20% bis 40% der Menschen "leiden". Die meisten wissen von ihrer Fettleber gar nichts, wundern sich aber über solche Symptome wie Müdigkeit und andere Symptome... Mehr dazu übrigens in meinem Beitrag zur Fettleber: https://www.gesund-heilfasten.de/leber/fettleber.html

Zurück zum Insulin. In unserer "Stammesgeschichte" (Evolution) war es wichtig Reserven zu bilden, denn Nahrung war oft ein knappes Gut. Die enormen Mengen an Zucker und anderen Kohlenhydraten, die wir heute dauernd verzehren, hatte die Evolution nie „eingeplant“. Deswegen führt unsere üppige Ernährung zu Problemen.

Zu wenig beachtet wird dabei die zu hohe Insulin-Ausschüttung ins Blut. Denn das Hormon soll ja den Überfluss bewältigen und so ein gesundes Gleichgewicht herstellen. Doch wenn der Insulin-Spiegel über Jahre hinweg regelmäßig zu hoch ist, drohen Gefahren für die Gesundheit.

Die Zellen wehren sich gegen die negativen Auswirkungen des Botenstoffes. Sie reagieren immer schwächer auf das Hormon und es entsteht eine Insulinresistenz. Zudem sind die Insulin-produzierenden Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse durch die ständige Überlastung geschwächt. Dann kann das Organ die benötigte Hormon-Dosis nicht mehr bereitstellen. Beide Faktoren lösen den Diabetes Typ 2 aus, der landläufig „Alterszucker“ genannt wird. Doch der gestörte Stoffwechsel betrifft nicht nur den Glucose-Haushalt, sondern noch eine Reihe anderer Prozesse.

Die Insulinresistenz führt zum metabolischen Syndrom. Im Verlauf der Ketten-Reaktion geraten die Cholesterin-Werte aus dem Gleichgewicht, sodass die nachteilige LDL-Konzentration im Blut-Plasma steigt, während der vorteilhafte HDL-Wert sinkt.

Folge ist dann eine zunehmende Arteriosklerose und Bluthochdruck mit allen bekannten Gefahren für das Herz-Kreislauf-System. Der ständig erhöhte Glucose-Wert verursacht Gewebsschäden an Nerven, Muskeln und Knochen. Osteoporose, Neuropathien und anderen Erkrankungen ist der Boden bereitet. Gleichzeitig können die Zellen weniger Vitamin C aufnehmen. Denn es sind dieselben Transportproteine in den Zellmembranen, die den Vitalstoff und Glucose ins Zellinnere einschleusen. Bei zu hohen Zuckerwerten verhindert der Traubenzucker den Einstrom des Vitamins in die Zellen.

Insulin fördert auch die Vermehrung und Entwicklung von Körperzellen. Doch dies ist im Hinblick auf mögliche Krebserkrankungen keinesfalls positiv, wenn die Insulin-Ausschüttung dauernd Spitzen-Werte erreicht. Denn auch die aggressiven Tumor-Zellen werden durch das Hormon im Wachstum übermäßig angeregt. Eine weitere Wirkung des Insulins ist die gesteigerte Aufnahme von Kalium in die Zelle. Das führt zur Hypokaliämie, bei der die Konzentration des Minerals im Blut-Plasma erniedrigt ist. Es drohen Herz-Rhythmus-Störungen und Muskelschäden.

Fatal sind weitere auch Wirkungen des Insulins. Das Hormon fördert die Synthese von Fett und Leberstärke und hemmt gleichzeitig den Abbau der Speicherstoffe. So entsteht ein Teufelskreislauf, wenn zu viel Kohlenhydrate verzehrt werden. Die Gewichtszunahme wird durch den Effekt enorm gesteigert.

Die Aufnahme großer Mengen Zucker und anderer Kohlenhydrate greift in das hormonelle Geschehen ein. Besonders die Insulin-Ausschüttung sollte bei der täglichen Ernährung berücksichtigt werden. Wenn das metabolische Syndrom bereits ausgeprägt ist, hilft nur eine Diät, die Glucose-Spitzen verhindert und den Insulin-Spiegel niedrig hält.

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